Wechselwirkung Stress und Depression

Dauerstress kann zu einer stressbedingten Depression führen, die wie jede andere Depression behandelt werden muss.

Als Stress wird ganz allgemein ein Zustand der Belastung bezeichnet. Bei akutem Stress schlägt unser Körper Alarm und schüttet vermehrt die sogenannten Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol aus. Dadurch werden Energiereserven freigesetzt, Pulsschlag und Blutdruck steigen, die Muskelspannung nimmt zu, insgesamt wächst die Leistungsfähigkeit. Diese gesunde Reaktion wird auch als positiver Stress (Eustress) bezeichnet. Wird die freigesetzte Energie genutzt, werden auch die Stresshormone wieder abgebaut und das Hormonsystem reguliert sich von selbst. Ansonsten kommt es zum negativen Stress (Distress), der zu erhöhter Anspannung und Dauerstress führen kann.

Die Liste der Symptome, die durch anhaltenden Stress auftreten können, ist lang. Typisch sind Herz-Kreislauf-Probleme, Schlafstörungen, Appetitverlust, Verdauungsprobleme, nachlassende Libido, Kopf- und Rückenschmerzen, Angstzustände, Antriebsschwäche und Mutlosigkeit. Alles Symptome, die auch bei Depressionen zu beobachten sind. Doch nicht nur die Krankheitszeichen ähneln sich. Der Zusammenhang zwischen Stress und Depression wird beim Blick auf die neurobiologischen Abläufe im Gehirn deutlich. Bei beiden Belastungszuständen spielt eine anhaltend erhöhte Konzentration der Stresshormone eine Rolle. Wie die Wechselwirkung zwischen Stress und Depression genau abläuft, weiß man bislang jedoch nicht. Als erwiesen gilt, dass Dauerstress zur Entwicklung einer Depression beitragen kann (Stressdepression). Aber auch umgekehrt gibt es Hinweise, dass Menschen mit einer vorhandenen Depression sehr viel leichter in Stress geraten, da ihr Kontrollsystem für Stresshormone gestört ist.

Hat sich aus dem Dauerstress eine Stressdepression entwickelt oder besteht dieser Verdacht, bedarf es unbedingt der medizinischen Abklärung, damit frühzeitig eine Therapie eingeleitet werden kann. Während "normaler" Stress häufig durch Entspannungstraining oder auch körperliche Aktivität abgebaut werden kann, muss eine Stressdepression medikamentös und psychotherapeutisch behandelt werden.

Depression Versus Burn-Out

In der öffentlichen Diskussion werden die Begriffe Burn-out und Stressdepression häufig vermischt und nicht voneinander abgegrenzt. Burn-out bezeichnet Überbelastungen im Arbeitsleben, die zu einem "Ausgebranntsein" führen und letztendlich in einer emotionalen Erschöpfung, Frustration und auch Leistungseinbußen münden.

Erschöpfungsgefühle und andere gesundheitliche Beschwerden, die im Zusammenhang mit dem Burn-out stehen, sind jedoch nicht gleichzusetzen mit einer psychischen Erkrankung wie der Depression. Ein Burn-out kann allerdings das Risiko erhöhen, verschiedene Erkrankungen zu entwickeln. Dazu gehören körperliche Erkrankungen wie z. B. Bluthochdruck, Tinnitus, chronische Kopf- und Rückenschmerzen sowie Schlafstörungen, Angstzustände und auch Depressionen.

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